Elektroauto oder Verbrenner: Was kostet der Betrieb wirklich?

Die Jahresrechnung für Kraftstoff bzw. Strom bei einem Benziner und einem Elektroauto mit gleicher Fahrleistung, und der eine Faktor, der entscheidet, was günstiger ist.

Aktualisiert am 5. September 2026

Energiekosten pro Jahr bei 15.000 km: VW Golf mit Benzin gegen VW ID.3, zu Hause und an öffentlichen Schnellladern geladen
Energiekosten pro Jahr bei 15.000 km: VW Golf mit Benzin gegen VW ID.3, zu Hause und an öffentlichen Schnellladern geladen

Bei gleicher Jahresfahrleistung kostet ein zu Hause geladenes Elektroauto an Energie grob ein Drittel weniger als ein vergleichbarer Benziner; wer überwiegend an öffentlichen Schnellladern lädt, landet fast gleichauf. Der Unterschied liegt nicht am Auto, sondern am Preis pro Kilowattstunde. Die ehrliche Antwort auf "Was ist im Betrieb günstiger?" lautet deshalb: "Wo laden Sie?"

Die Formel

Die Kosten für Kraftstoff oder Strom berechnen sich bei jedem Auto gleich:

Kosten = Verbrauch / 100 x Kilometer x Preis

Verbrauch ist der kombinierte WLTP-Wert in l/100 km oder kWh/100 km, Kilometer ist Ihre Jahresfahrleistung, und Preis ist, was Sie pro Liter oder Kilowattstunde zahlen. Diese Seite rechnet standardmäßig mit 15.000 km im Jahr, Benzin zu 1,65 EUR pro Liter, Diesel zu 1,55 EUR pro Liter und Strom zu 0,35 EUR pro kWh, wobei Laden zu Hause bei etwa 0,30 EUR und öffentliches Schnellladen bei etwa 0,55 EUR pro kWh liegt. Alle Werte lassen sich im Vergleich ändern.

Ein Rechenbeispiel

Zwei Autos derselben Marke und Größenklasse, beide aus den Daten dieser Seite:

VW Golf 1.0 eTSI DSG VW ID.3 Pro
WLTP kombiniert 5,1 l/100 km 15,2 kWh/100 km
Pro 100 km zu Standardpreisen 8,42 EUR 5,32 EUR (zu Hause)
Pro Jahr, 15.000 km etwa 1.262 EUR etwa 798 EUR (zu Hause)
Pro Jahr, öffentlich zu 0,55 EUR etwa 1.254 EUR

Zu Hause geladen spart das Elektroauto rund 460 EUR Energiekosten im Jahr. Nur an öffentlichen Schnellladern geladen spart es fast nichts. Die meisten Besitzer liegen dazwischen, weshalb der Vergleich nach dem Anteil des Ladens zu Hause fragt.

Was das Ergebnis verschiebt

  • Lademix. Der mit Abstand größte Hebel. Laden zu Hause oder bei der Arbeit zum Haushaltstarif macht den Fall für das Elektroauto; wer auf Autobahn-Schnelllader angewiesen ist, macht ihn zunichte.
  • Preise. Benzin- und Strompreise bewegen sich unabhängig voneinander. Die Werte oben sind Durchschnitte zu einem Zeitpunkt; nutzen Sie Ihren eigenen Tarif und den Preis an Ihrer Tankstelle.
  • Fahrprofil. Elektroautos sind in der Stadt am besten, wo Benziner am schlechtesten sind. Auf der Autobahn schrumpft der Abstand, weil der Verbrauch des Elektroautos mit dem Tempo schneller steigt.
  • Winter. Die Heizung eines Elektroautos kommt aus der Batterie. Rechnen Sie in kalten Monaten mit 20 bis 30 % Mehrverbrauch; der Benziner verliert weniger.
  • Die Lücke zur Realität. Beide Werte oben sind WLTP. Im Alltag kommen beim Benziner rund 20 % dazu und beim Elektroauto eine ähnliche Größenordnung; die Reihenfolge kippt selten. Der Ratgeber WLTP vs Realverbrauch erklärt, warum.

Was hier nicht enthalten ist

Das ist nur die Energierechnung. Kaufpreis, Wertverlust, Steuer, Versicherung, Wartung und Reifen können jeweils größer sein als der Kraftstoffunterschied, und sie wirken in beide Richtungen: Elektroautos kosten oft mehr in der Anschaffung und weniger in der Wartung. Die Premium-Version des Vergleichs rechnet den Wertverlust über Ihre Haltedauer hinzu und liefert die Gesamtkosten; die kostenlose Version beantwortet die Kraftstofffrage, die als erste gestellt wird.

Für Ihr Auto nachsehen

Wählen Sie die Autos, zwischen denen Sie wirklich schwanken, legen Sie sie in den Vergleich und stellen Sie Fahrleistung, Tarif und Heimladeanteil ein. Starten Sie beim Ranking, wenn Sie die sparsamsten Autos einer Klasse suchen, oder bei einer Modellseite wie Volkswagen Golf, um alle Varianten nebeneinander zu sehen.